vom 13.02.2026•Thema: Verein
Für mehr Normalität

Weiterhin am Ball: Maria Buschermöhle spielt für ihren Heimatverein TuS Neuenkirchen in der Landesliga.
Die Neuenkirchenerin Maria Buschermöhle spricht über ihren Job als Referentin für Inklusion
Fußball ist die große Leidenschaft von Maria Buschermöhle. Aber es ist nicht die einzige Sache, der sich die 30-Jährige mit Herzblut verschrieben hat. Das Thema „Inklusion“ spielt eine zentrale Rolle im Leben der Neuenkirchenerin. Gleiches Recht und Teilhabe für alle – das gehört fest zu ihrem Wertesystem. „Wahrscheinlich liegt es daran, dass meine Eltern beide in der Heimstatt Clemens-August gearbeitet haben“, sagt sie: „Ich war dem Thema schon immer nah.“
Nah ist sie dem Thema auch heute – in einer Rolle, die wie auf sie zugeschnitten wirkt: Seit Oktober arbeitet sie als Referentin für Inklusion hauptamtlich für den Kreissportbund (KSB) Vechta. Die Stelle wird über das LEADER-Programm gefördert – eine Maßnahme der Europäischen Union zugunsten der Entwicklung des ländlichen Raumes.
Im Jahr 2023 wurde der „Maßnahmenplan zur Umsetzung von Inklusion im und durch Sport im Landkreis Vechta“ ins Leben gerufen. „Der Kreis Vechta ist da schon sehr, sehr gut aufgestellt“, hat Maria Buschermöhle hinsichtlich der Bereitschaft für dieses Thema festgestellt. Vechta sei einer von zwei Sportbünden, die sich überhaupt schon intensiv mit einem Maßnahmenplan beschäftigt hätten.
Sie weiß, wovon sie spricht: Maria Buschermöhle hat vor ihrem Wechsel zum KSB von 2023 an als Referentin für Inklusion für den Landessportbund gearbeitet und hat deshalb den Überblick über das ganze Bundesland. Zugleich hätten ihr Referenten-Kollege Thomas Lotzkat und seine Mitstreiter des „Vechtinklusiv“-Projektes gemerkt: „Es braucht mehr Arbeitskraft für die Umsetzung des Maßnahmenplans.“
Im Plan sind 16 Ziele festgehalten und auf zehn Handlungsfelder verteilt worden. Zwei Ziele stehen dabei besonders im Vordergrund der Arbeit von Maria Buschermöhle. Erstes Ziel: die Barrierefreiheit erhöhen. Dazu hat sie eine Bestandsanalyse gestartet, die in ihrem Heimatort Neuenkirchen-Vörden begann. Kreisweit werden 135 Sportstätten (u.a. Fußballplätze, Sporthallen, Reithallen) einem Check unterzogen. „Die Frage lautet: Wo sind die Barrieren und wie kann man sie abbauen?“, erklärt Maria Buschermöhle. Zweites Ziel: eine Bestands- und Bedarfserhebung. In Kooperation mit der Uni Vechta will die Referentin herausfinden, welche inklusiven Angebote existieren und was sich Menschen mit Behinderung für Angebote wünschen. Dafür soll es Umfragen geben.
Maria Buschermöhle ist überzeugt davon: „Die größte Hürde ist, die Barrieren aus den Köpfen herauszuholen.“ In vielen Fällen wäre es ohne große Probleme möglich, Inklusion zu leben. Ihr eigener Verein TuS Neuenkirchen sei dafür ein schönes Beispiel. Die Kooperation mit der Heimstatt bestehe seit Jahrzehnten. „Da ist es völlig normal, dass Menschen mit Behinderung in der Herrenmannschaft mitspielen oder als Betreuer dabei sind.“ Und genau das sei Inklusion: Normalität.
Die Hobbyfußballerin, die in Osnabrück lebt, will einen Teil dazu beitragen, dass diese Normalität auch gelebt wird. Sie betont: „Meine größte Motivation ist: Inklusion ist ein Menschenrecht.“
Quelle: Steffen Lünsmann (OM-Medien)
Fotos: © Frank Wenzel
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